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TIP – Vorbereitung und Gepäck für eine Geschäftsreise

Nachdem mich immer wieder der Eine oder Andre gefragt hat, wie man denn am besten eine Geschäftsreise vorbereitet, möchte ich euch hier mal meinen Weg zeigen.

Grundlage:
Jede Geschäftsreise ist anders. Ich werde euch hier auch keine Tips zum Meeting selber geben. Das ist ja alles so individuell, dass man dafür wahrscheinlich einen ganz eigenen Artikel schreiben könnte. Nur soviel dazu, mir ist es immer wichtig mindestens einen Abend mit meinem Geschäftspartner zu verbringen. Das kann der Abend am Anreise-tag oder der Abend nach dem Meeting sein. Wenn ihr nur ein Meeting habt, dann macht es durchaus Sinn auch noch eine zweite oder gar dritte Nacht einzuplanen um zum einen entspannter am nächsten Tag abreisen zu können oder um mit dem Partner noch einen Freizeittag zu verbringen. Das hier im Detail zu erörtern wäre aber sicher einen eigenen Artikel wert. Darum kümmere ich mich hier um das drum herum. Die Vorbereitung, das Gepäck usw. Damit ihr meine Ansätze versteht, müsst ihr wissen, dass ich meist 5 – 10 Tage unterwegs bin und dabei bis zu 7 Meetings auf einem Kontinent durchziehe. Daher mag manches übertrieben sein. Deshalb denkt immer an euren eigenen Terminkalender.

Im Anflug auf Bali

Im Anflug auf Bali

Das ganze geht natürlich mit den Unterlagen los. Für jedes Meeting richte ich mir eine Mappe mit den wichtigsten Unterlagen und den Themen die ich besprechen möchte. Ich hab das auch schon auf dem iPad gemacht. Das erfassen von Notizen hat sich hier aber häufig als störend erwiesen, wohingegen Papier tatsächlich noch eine gewisse Akzeptanz hat. Deshalb nutze ich für Präsentationen ein iPad und einen Laptop, für Notizen jedoch ein Blatt Papier.

Neben den Mappen fürs Meeting richte ich mir einen Schnellhefter mit allen Reiseunterlagen. Darin enthalten sind das Flugticket, alle Hotelreservierungen, Mietwagenreservierungen, Bahntickets usw. Vor allem an abgelegenen Flughäfen oder Flughäfen in unsicheren Gegenden, muss man ein gedrucktes Ticket vorweisen können. Für den Fall, dass ich die Mappe verliere oder etwas kaputt geht, habe ich den kompletten Inhalt als Kopie in meiner Dropbox gespeichert. Dropbox kann von jedem Computer der Welt und von jedem Handy erreicht werden. Somit hat man die beste Möglichkeit auch verlorene Unterlagen schnell wieder auszudrucken.

Als nächstes wird der Trolly für die Meetings vorbereitet. Darin habe ich meinen Laptop, meine Reiseunterlagen und die Mappen für die Meetings. Zudem befinden sich Kugelschreiber, Visitenkarten und die Stromkabel darin. Der Trolly ist das wichtigste Utensil und sollte sehr hochwertig sein. Schließlich geht man damit auch zum Kunden. Ich selber nutze einen Trolly von Samsonite, welcher sicher schon 5 – 6 mal um die Erde geflogen ist. Das wichtigste in diesem Trolly ist jedoch mein „First Aid“ Kit. Das ist eine kleine Tasche in der ich Imodium Akut, Elektrolyte, Kopfschmerztabletten und Desinfektionstücher habe. Zudem habe ich immer zwei Pack Tempotaschentücher in der Nähe deponiert. Zur Erklärung, muss ich vielleicht erwähnen, dass ich ausschließlich durch Asien reise. Dort sind die hygienischen Vorraussetzungen nicht immer ideal. Das „First Aid“ kit habe ich auch in meinem Hygienebeutel. Das macht deshalb Sinn, da man im Falle eines Falles schnell reagieren kann. Wenn das alles drin ist, kommt das zweitwichtigste. Das ist ein frisches Hemd, eine Unterhemd, eine Unterhose ein Paar Socken und eine Krawatte. Gerade wenn das Meeting kurz nach der Anreise stattfindet, hat man so die Möglichkeit, auch bei Verlust des Koffers noch einigermaßen passabel auszusehen. Zu guter Letzt kommt dann noch ein Satz geräuschreduzierender Kopfhörer dazu. das ist ein absolutes muss für Leute die häufig fliegen. Ich selber verwende die BEATS Studio.

Wenn der Trolly fertig ist, kommt meine Handtasche dran. Das ist ein kleiner Umhängebeutel in dem ich wieder ein Pack Tempos habe, mein iPad und meine Reisemappe. Die Reisemappe enthält meinen Ausweis, eine Kreditkarte und alle Meilenkarten bzw. Hotelkarten wie z.B. Frequent Traveler, Skyteam, OneWorld, Aclub usw. Sie dient auch dazu die Bordkarten für Anschlussflüge und die Gepacktickets sicher zu verwahren. Kurz vor betreten des Flugzeuges hänge ich mir meist die Kopfhörer, welche in einer sicheren Schatulle verstaut sind, mit der Schatulle an die Handtasche. Dadurch kann ich den Trolly getrost im Gepackfach lassen und habe alle wichtigen Dinge in einem kleine Täschchen an meinem Sitz.

Um die Ausstattung zu komplettieren, kommt mein iPhone dazu. Das habe ich immer in der Hosentasche. Dort sind alle Apps aller Fluglinien drauf, sowie meine wichtigsten Apps. Zum einen ist das „Flug+“. Diese App hilft einem alle Flüge zu verwalten ohne ständig die Reisebestätigung raus kramen zu müssen. Zudem gibt diese App Informationen über das Gate, die Einstiegszeit, Verspätungen und Sitzplätze im Flughafen.

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Des Weiteren ist dies „Priority Pass“. Zu dieser App muss man sagen, dass es Flughafen gibt oder Flug-Konstellationen bei denen man nicht in eine Airline Lounge kann. Wenn man nicht häufig fliegt, dann geht das sowieso nicht. Piority Pass ist eine Art Lounge Vereinigung. Gegen eine Gebühr von € 100 bis €300 im Jahr darf man eine gewisse Anzahl von Lounges pro Jahr besuchen. Über mein Konto bei meiner Bank habe ich diese Karte mit unbegrenztem Lounge Zugang Kostenlos erhalten. Dadurch kann ich an jedem Flughafen auf der Welt in eine Lounge sitzen. Das macht das Reisen natürlich sehr viel Angenehmer und hilft einem effizienter zu arbeiten. Durch diesen Vorteil habe ich schon häufig wichtige Dinge auf dem Flughafen erledigt.
Die dritte App ist „Seatguru„. Die ist vor allem bei der Sitzplatzwahl wichtig. Ich bin jetzt jedoch absoluter Egoist und werde euch nicht verraten wo die besten Plätze sind und wie man die bekommt. Bei einer Körpergröße von über 2m ist das sehr wichtig. Daher verzeiht mir den Egoismus.

Weiter geht es mit dem Hauptgepäck. Dazu habe ich zwei Grundsätzliche Regeln.
-Pro Tag einen Satz Klamotten. Diese Regel erleichtert einem die Auswahl der Menge der Klamotten und garantiert einen gewissen Satz an Backup Kleidung. Das ist äußerst wichtig, denn häufig hat man keine Zeit oder keine Gelegenheit ein defektes Kleidungsstück schnell zu ersetzen. Vor allem, wenn man kaum persönliche Zeit eingerechnet hat. Die zweite Regel ist, immer eine Kreditkarte pro Gepäckstück. Warum erfahrt ihr hier.

Dann gibt es natürlich noch den Unterschied zwischen Reisetag und Meetingtag und den Tagen an denen man vom Meeting direkt in den Flieger steigt.Für den Reisetag wähle ich immer eine schwarze Jeans,eine robustes Baumwollhemd und bequeme Schuhe. Zudem habe ich immer eine Jacke dabei. Selbst wenn ich am Äquator herumreise. Gerade im Flieger wird es häufig mal Kalt. Zudem habe ich eine Jacke mit Brillenfach dabei, was verhindert, dass meine Brille im Flugzeug verloren geht.Für das Meeting nehme ich immer entsprechende Kleidung mit. Das kann von Kurzarm mit Krawatte bis hin zum Anzug gehen. Abhängig von den Landes typischen Gepflogenheiten. Grundsätzlich trage ich jedoch eine Krawatte. Ich gehe hierbei davon aus, dass dies von einem repräsentativen deutschen Geschäftsmann erwartet wird. Hierbei gleich ein Tip. Nehmt euch auch was sehr legeres und schludriges mit. Gerade Morgens beim Frühstück liebe ich es einfach in bequemen Klamotten zu essen. Zudem verhindere ich damit, dass es Kaffeeflecken auf dem neuen Hemd gibt. Wenn du also dein Outfits für jeden Tag komplett hast, dann packe eine zusätzliche Hose ein. Auch das gilt der Sicherheit und ist Gold wert. Nach den Klamotten kommt der Rest. Dazu gehören immer zwei Paar Schuhe für die Meetings. Auch hier gilt eines als Backup. Dann sollte man genügend Reiseadapter dabei haben. An dieser Stelle sei angemerkt, dass ich immer auch einen ganz einfachen Stecker von zwei Pin auf US dabei habe. Solche Stecker gibt es für 2 Euro meist in Asien, erfüllen keine Sicherheitsnorm und sind dennoch Gold wert. Schließlich kommt dann noch eine Ersatzbrille und eine Kreditkarte in den Koffer. Wenn dann alles passt, stecke ich Lenor Trocknertücher dazu. Die helfen, dass die ganze Wäsche länger frisch riecht und dass auch mit zuzunehmender Schmutzwäsche immer ein frischer Wind im Koffer weht.
Bei der Koffergröße bin ich flexibel. Ich reise mit TITAN X2 4W Koffern und habe diese in allen Größen (S, M, XL). Die Koffer sind preiswert, im mittleren Preissegment positioniert, sehen stylisch aus und sind sehr robust. Wenn dann doch mal was defekt war, hat der Service von Titan sehr gut funktioniert. Vor allem aber kaufe ich die Koffer weil sie „Made in Germany“ sind sich die Qualität der Koffer bis jetzt bewährt hat.

Packliste:
Ich habe lange experimentiert, was wohl die beste Methode ist um dies mit einer Packliste abzusichern. Auch hier habe ich verschiedenste Apps probiert. Leider hat mir keine so gepasst wie ich es brauche. Daher habe ich mir einfach eine Notiz erstellt, die ich mir jedes mal Ausdrucke und dann abhake. Das ist zwar total uncool und oldschool, funktioniert aber einfach am Besten.

Meine Liste sieht im Grunde übrigens so aus:

– Unterwäsche für jeden Reisetag
– Hemden entsprechend
– Krawatten
– Anzug wenn nötig
– Stoffhose
– Gürtel
– ReiseJeans
– Backup Hose
– Reisemappe mit Backup Kreditkarte, Meilenkarten,
– Reisepass
– Backupreisepass
– Reisegeldbeutel mit Kreditkarten, I-D Card.
– Reiseplan
– Meetingplan
– Reiseadapter
– Laptop
– Ladegerät Laptop
– Kamera mit vollem Akku
– Ladegerät Geschäftshandy
– Ladegerät iPhone
– iPad
– iPhone
– Geschäftshandy
– Kulturbeutel mit Rasierer, Medikamenten, Zahnbürste und Paste.
– zweites Paar Schuhe
– T-Shirt

So das wars. Jetzt wisst ihr wie ich das mache. Noch ein paar Fakten zu meiner Reisetätigkeit. Ich fliege ca. alle 2 – 3 Wochen für etwa 5 – 10 Tage nach Osten. Mein Einsatzgebiet erstreckt sich vom nahen Osten bis hin nach Neuseeland. Insgesamt mache ich ca. 150 000 bis 200 000 Meilen jedes Jahr.

Wenn ihr Fragen habt, einfach melden. Ansonsten wünsche ich euch allzeit guten Flug.

Doppelt und Dreifach – Reisedokumente nie zusammen aufbewahren.

In dieser neuen Kategorie möchte ich euch immer wieder mal einige Infos zum Thema Geschäftsreisen zukommen lassen. Heute geht es mit einem ganz einfachen Tip los.

Sei immer doppelt und Dreifach abgesichert.IMG_0840_Jakarta

Egal wohin du reist, es besteht immer die Möglichkeit, dass dich irgendjemand beklauen möchte. Das mag in Prag, Paris oder Zürich noch gar nicht so schlimm sein. Du kommst schon irgendwie heim und in den meisten Ländern gibt es Möglichkeiten an Geld aus Blitzüberweisungen oder Bankfiliale deiner regulären Bank zu kommen. Schwieriger wird es da schon beim Ausweis. Aber Dank Schengen, hast du gute Möglichkeiten auch so über die Grenze zu kommen.

Im tiefsten Vietnam, den Philippinen oder sonnst wo, ist das schon schwieriger.  Wenn es dann passiert ist, kannst du davon ausgehen, dass du mächtige Probleme hast. Angefangen von der Geldbeschaffung bis hin zu deinem Ausweis. Wenn du dann auch noch Anschlussflüge hast, nimmt die Katastrophe ihren lauf.

Doch wie schützt man sich davor? Natürlich solltest du alles beherzigen, was in vielen anderen Tipps zu lesen ist. Habe die Handtasche geschlossen, Trage dein Geld nicht offen, Nutze den Safe usw.

Es kann dir aber so wie mir gehen, dass du trotz aller Sicherheitshinweise beklaut wirst. So ging es mir vor einigen Tagen am Flughafen in Kuala Lumpur. Ohne es zu merken, war der Geldbeutel auf einmal weg.

Und hier ist nun der Tipp, wie ich es geschafft habe trotzdem im Rennen zu bleiben.

Mein Reisepass war schon an einer völlig anderen Stelle an meinem Körper als der Geldbeutel.  In diesem Fall in der oberen Hemdtasche. Alternativ gehen auch andere Taschen. Wichtig ist, dass er nicht in der Nähe des Geldbeutels ist und evtl. als Beiwerk geklaut wird.

Dein Geldbeutel sollte nur das enthalten was du wirklich für die Reise brauchst. Alles andere kann getrost zuhause bleiben. Ich empfehle immer einen Reisegeldbeutel zu bestücken. Dinge die man während der Reise in Deutschland benötigt lass im Handschuhfach deines Autos oder gleich in der Firma. Im Falle eines Diebstahls reduzierst du damit den Schaden schon gewaltig.

Des Weiteren platziere Backup Päckchen in deinem Reisegepäck. In so einem Päckchen sollten dann mindestens eine gültige Kreditkarte, wichtige Telefonnummern und Bargeld sein.

Natürlich wird immer empfohlen, kein Geld im Gepäck zu haben und keine Kreditkarte im Gepäck zu haben. Das hilft dir aber nicht wenn du beraubt wurdest.

Wenn du nur ein Päckchen hast, dann platziere dies in dein Handgepäck. Im Fall von Geschäftsreisenden, in den Business Trolley.  Wenn du zwei Päckchen hast, dann kannst du eins davon ruhig in dein reguläres Gepäck geben.

Jetzt kannst du sicher sein, egal was passiert, du hast im Notfall immer die Möglichkeit dir ein Hotel zu buchen, ein Taxi zu nehmen, neue Flüge zu buchen usw.

Ich wünsche allen eine gute Reise. Weitere Tipps gibt es immer dann wenn mir danach ist. Eine Übersicht aller Reisetipps für Geschäftsreisende findest du hier.

Theaterempfehlung „Rain Man“ (20.12.2011 in Villingen)

Beim Namen „Rain Man“ denken viele sicherlich als aller erstes an den gleichnamigen Film mit Tom Cruise, welcher 1988 in unseren Kinos lief. In der Geschichte von Barry Morrow geht es um Charlie Babbit, einen versnobten Manager in Los Angeles. Charlie ist teilweise erfolgreich gleichzeitig aber ein absolut ich bezogenes arrogantes Etwas.

Mit dem Tod seines Vaters wittert er seine Rettung, muss jedoch leider Feststellen das sein gesamtes Erbe an einen unbekannten, in einer Klinik für geistig behinderte Menschen, in Cincinnati geht. Nach einiger Recherche erfährt Charlie, dass es sich bei dem Erben um einen bisslang nicht bekannten autistischen Bruder handelt. Kurzerhand entführt er diesen und macht sich mit ihm auf den Weg nach Los Angeles.

Ich hatte das Vergnügen Anfang Dezember dieses Stück in den Peiner Festsälen, bei Braunschweig, zu sehen. Für jeden Theaterfreund oder den bzw. diejenige, die das noch werden möchte, sei dieses Stück wärmstens ans Herz gelegt. Im stetigen Wechsel zwischen purem Ernst und immer wieder aufkommender Heiterkeit schlängelt sich das Stück quer durch die Vereinigten Staaten. Rufus Beck, den viele sicher aus „Der bewegte Mann“ kennen brilliert hier bei als selbstverliebter Charlie. Noch fesselnder und beindruckender ist daneben Karl Walter Sprungala zu sehen, den viele aus Serien wie „Lindenstraße“ oder „Soko Köln“ kennen. Die schauspielerische Leistung, in Verbindung mit dieser Geschichte, garantieren einen wunderschönen Theaterabend.

Fazit aus Peine: gelungen.

Am 20.12.2011 gastiert das „Alte Schauspielhaus Stuttgart“ mit diesem Stück im Theater in Villingen. Karten gibt es unter: 07721/82 25 25

Weitere Informationen zum Stück auf der Internetseite des alten Schauspielhaus in Stuttgart.

Mein erster Artikel in einer großen Publikation veröffentlicht

Fast bin ich ja schon ein bisschen stolz. Ich hab vor ein paar Jahren angefangen immer wieder für den einen oder anderen, ein paar Artikel, zu schreiben oder beim Schreiben zu helfen. Mit meinem eigenen Blog fing ich dann an, auch mal selber unter meinem Namen zu schreiben. Heute nun endlich konnte ich auch mal ein wenig die Früchte dieser Arbeit ernten. Ein Artikel, den ich verfasst habe, hat es in unsere online Publikation „The Nikonian“ geschafft. Immerhin wird dieses Magazin bis Mitte Januar auf über 160.000 Bildschirmen und mehr als 30.000 iPads aufgetaucht sein. Schon cool, wenn man weiß, das so viele Menschen meinen Artikel lesen werden. Wenn ihr das auch wollt, dann ladet euch doch auch das neue „The Nikonian“ herunter und lest ab Seite 39 was ich empfehle um seine DSLR unbeschadet auch beim Wintersport dabei zu haben.

Wie findet man den richtigen Hochzeitsfotografen – Teil 2

In einem früheren Bericht habe ich mir Gedanken gemacht, welche Kriterien für die Findung eines Guten und des richtigen Hochzeitsfotografen wichtig sind. Dabei habe ich die These aufgestellte, dass es durchaus sinn machen kann, das eigentliche Brautshooting an einem späteren Tag zu machen.

Für diese Aussage bin ich teilweise fast gesteinigt worden. Da kamen Leute auf mich zu und meinten, „Hendric, wie kannst du so was schreiben? Kunden sind völlig verunsichert. Das funktioniert nicht, das Strahlen bekommt man nicht mehr.“

Ich muss zugeben, das Argument mit dem strahlen am Hochzeitstag hat mir zu denken gegeben. Dagegen hatte ich die Erfahrung und Empfehlung unseres Hochzeitsfotografen Dieter Marx, den ganzen Tag zu entzerren und nicht voll mit Terminen zu packen und vor allem nicht noch irgendwo das Shooting zwischen Standesamt und Hochzeit zu packen.

Bevor ich hier weiter erzähle, möchte ich noch ein zweites Argument zwischen drin behandeln. Viele Leser meinten, dass man aufgrund des Hochzeitshootings und der Termine das Standesamt nicht am gleichen Tag der Kirche machen sollte. Dazu frage ich euch warum?

Es gibt einen Hochzeitstag. Ist es der Staat nicht wert, dass man ihm die gleiche Wertschätzung entgegenbringt wie der Kirche. Ist die standesamtliche Hochzeit ein notwendiges Übel das man vorher schnell erledigt? Warum soll die kirchliche Hochzeit mehr wert sein als die Standesamtliche? Ist man nach dem Standesamt nur halb verheiratet?

Bis zum 01.10.2011 morgens war alles, was ich bisher zu dem Thema geschrieben hatte, eine sehr gute Theorie basierend auf den Erfahrungen und Berichten anderer, gemischt mit den Empfehlungen meines Hochzeitsfotografen.

Jetzt bin ich verheiratet und es ist Zeit ein Resümee über den vorherigen Bericht zu schreiben und aus Sicht des Paares zu schreiben ob das, was ich im vorherigen Artikel geschrieben hatte, richtig ist.

Ich mach es kurz: JA

Ja es ist richtig am Morgen aufs Standesamt zu gehen, dieses erste Highlight des Tages zu zelebrieren, zu genießen und zu feiern.

Ja es ist richtig, gemütlich nach Hause zu fahren, mit einem kleinen Kreis der Gäste, die schon auf dem Standesamt waren, zu Mittag zu essen.

Ja es ist richtig, anschließend zur Trauung in die Kirche zu gehen.

Ja es ist richtig sich danach die Zeit zu nehmen mit allen den vielen Hundert Gratulanten vor der Kirche einen Sekt zu trinken.

Ja es ist auch gut dabei immer mal wieder den Hochzeitsfotografen zu sehen, wie er fotografiert.

Ja man kann auch dort ein Paar Bilder mit den Eltern vor der Kirche machen.

Ja es ist superschön mit allen Gästen dann Richtung Wirtschaft (bei uns Festhalle) zu fahren und den Nachmittag zusammen im Gespräch mit allen Gästen zu verbringen.

UND

JA ES IST VERDAMMT WICHTIG UND SCHÖN, WENN MAN DIE GÄSTE NICHT ALLEINE LÄSST, UM IRGENDWO EIN ZWEISTUNDEN SHOOTING ZU ABSOLVIEREN.

Wir hatten das Glück als Brautpaar den ganzen Tag, Abend und Nacht mit unseren Gästen, die zum Teil von sehr weit herkamen, zu verbringen. Wir mussten nicht weg, wir hatten keinen Stress und wir alle konnten es genießen. Übrigens eine Brautentführung haben wir auch abgelehnt. Als Ergebnis hatten wir eine gigantische tolle Hochzeitsfeier.

Zu guter Letzt möchte ich euch noch von dem Nachshooting erzählen.

Bedenkt bitte, dass ihr normalerweise um die 2,5 Stunden dafür an eurer Hochzeit eingeplant habt. Wir haben uns mit unserem Fotografen um 14 Uhr verabredet. Zuhause erstmal ein paar Bilder im sonnendurchfluteten Garten gemacht, bevor es anschließend an eine alte Mühle in der Nähe unseres Dorfes ging. Dort ging es dann los mit vielen verschiedenen Motiven. Nach ca 1,5 Std. waren wir warm. Jetzt konnte es los gehen.

Auf zu den Experimenten. Mit Wasser, Wiese, Holz, Stein uvm. Als wir an der Mühle fertig waren, ging es in die nahe gelegene Gauchachschlucht. Dort hatten wir dann richtig Spaß. Übrigens für alle 2 Stunden shooter, hier ist euer Shooting schon längst zu Ende. Übrigens das nochmalige anziehen des Brautkleids und des Anzugs führt unweigerlich zu einem neuen Glücksgefühl.

Als Wanderer wollten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen auch mal in Wanderstiefeln und Brautkleid durch die Felsen zu gehen. Besonders aufpassen mussten wir ja auch nicht.

Von der Schlucht ging es dann noch an viele schöne Orte, die uns viel bedeuten und an denen wir noch ein wenig rumspielen konnten. Den Abschluss machten dann noch einige Bilder mit Sonnenuntergang.

Ich gebe zu, dass hier das mit dem strahlen etwas schwerer wurde, schließlich waren wir schon 5 Stunden unterwegs.

Abschließend bleibt mir nur ein Resümee. Die Eventbilder macht man am Hochzeitstag aber das reguläre Shooting hat am Hochzeitstag keinen Platz und vor allem keine Entfaltungsmöglichkeit.

Dafür gehört das Standesamt in den Hochzeitstag gelegt und nicht Tage zu vor „erledigt“.