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Drei Tage solo durch die Silvretta


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In den Reiseführern kann man immer wieder von der 4 tägigen Durchquerung der Silvretta lesen. Aus verschiedenen Gründen wurden bei mir daraus drei. Da diese jedoch äußerst angenehm waren, ist es Wert diese Tour hier zu beschreiben.

Ausgangspunkt der Tour ist die auf 2037m gelegene Bielerhöhe. Dort hab ich mein Auto stehen lassen. Schlusspunkt der Tour ist Galtür (1.584m). Selbstverständlich kann man sein Auto auch nach Galtür stellen und dann an den Ausgangspunkt mit dem Bus fahren (€3, 50 Fahrt + €3, 20 Maut).

Tag1: Von der Biehlerhöhe geht es am Südufer entlang Richtung Ochsental. Für Leute mit wenig Kondition kann man entlang des Tals einen Spaziergang zur ersten Station der Wiesbadener Hütte machen. Der Weg der hier beschriebenen Tour biegt nicht ins Ochsental ab, sondern Richtung Bieltal. Von dort biegt bereits nach wenigen Metern der Weg Richtung „Radschulter“ ab. Die Radschulter ist einer der offiziellen zustiege Richtung „Hohes Rad“ (2934m). Wer da oben noch puste hat, kann diesen Gipfel noch besteigen. Es gibt allerdings keinen Weg hinauf und der Zustieg muss erklettert werden.

Sie ist eine Mulde, welche östlich am Gipfel vorbei führt. Die Laufrichtung ist Radsattel. Mir hat diese Strecke aus zwei Gründen sehr gut gefallen. Erstens, weil Sie bereits nach wenigen Höhenmetern eine tolle Aussicht garantiert und zweitens, weil der Weg durch eine Geröllscharte führt, die teilweise meterhohe Felsbrocken hat und somit auch eine kleine Herausforderung bietet. Am Radsattel angekommen, geht es runter ins Ochsental zur Wiesbadener Hütte.

Die Wiesbadener Hütte ist sehr gut ausgestattet und bietet neben warmen Duschen und einer tollen Atmosphäre auch leckeres Essen. Wenn ich alleine wandere, gönne ich mir gerne etwas und übernachte im Zimmer mit Halbpension. Daher kann ich leider keine Auskunft zum Lager machen. Was ich aber sehen konnte, war, dass es sehr hell und sauber aussah.
http://www.wiesbadener-huette.com/

Tag2: Von der Wiesbadener Hütte geht es wieder zurück auf den Radsattel, den man nach knapp 60 Minuten erreicht. Vom Sattel geht es dann talwärts Richtung Galtür. Im Tal unten angekommen verlässt man die Route sofort wieder, um über eine Brücke Richtung Jamtalhütte zu laufen. Die angeschlagene Zeit beträgt von dort 3 Stunden. Über einen Verbindungsweg trifft man weiter oben auf den Zentralapenweg 02 (Edmund Lorenz Weg).  Der Weg führt dann entlang des Flusses ins Schuttkar. Achtung!! – In verschiedenen Berichten wird erwähnt, dass die Markierungen hier oben nicht so gut lesbar sind und man sich orientieren muss. Das stimmt nicht. Solltet ihr einmal keine Markierung mehr sehen, seid ihr falsch. Ich hatte den obigen Satz im Hintergrund und habe mich prompt verlaufen.  Dank Karten und GPS musste ich dann nicht zurück, sondern konnte über eine Schulter auf den eigentlichen Weg zurückfinden.

Von dort ging es durch einige Schneefelder in die enge und steile Getschnerscharte (2839 m). Oben angekommen hat man einen herrlichen Blick zum Bielersee sowie zu unserem nächsten Etappenziel Jamtalhütte. Der Abstieg von der Scharte steht dem Aufstieg in nichts nach. Sehr steil, eng und teilweise mit einigen Kletterpassagen geht es 700m runter ins Tal. Ein Traum, wenn man schwindelfrei und trittsicher ist und kein Problem mit sehr ausgesetzen stellen hat. Im Tal angekommen überquert man den Schmelzwasserfluss des Jamtal Ferners und steigt noch mal 20min Richtung Jamtalhütte auf.

Die Jamtalhütte ordne ich in ihrer Art zu den edleren Hütten. Sie ist zudem Ausbildungszentrum und hat sogar eine eigene Kletterhalle. Dennoch ist sie sehr gemütlich und bietet ein tolles Halbpensionsprogramm an. Hierzu gehören z. B. eine Suppe am Nachmittag, 3 Gänge am Abend, ein äußerst umfangreiches Frühstück, kostenloser Marschtee und zudem ein kostenloses Jausenpaket.
http://www.jamtalhuette.at/

Tag3: Für mich war am dritten Tag Schluss, da ich leider wieder zurück musste. Dies ist hier aber kein Problem. Denn obwohl man sich gerade eine Stunde unterhalb des Gletschers befindet, kommt man in nur 2 Stunden Fußmarsch nach Galtür, wo man mit dem Bus dann zurück zur Bieler höhe kommt.

In der vier Tageversion, läuft man über das Kronjoch zur Heidelberger Hütte und entweder nach Ischgl oder über das Ritzenjoch Richtung Mathon. Diesen Teil der Tour werde ich im Laufe des Jahres sicher noch nachreichen.

Allen die die drei Tagesvariante schon machen möchten, wünsche ich viel Spaß.

 

Braunwald – Lauchboden – Charren- Klöntal- Bützi – Braunwald

Der letzte Schnee verschwindet so langsam aus den Bergen und so war es Zeit, nach knapp 2 Monaten ohne Bergkontakt endlich wieder in die Höhe zu gehen. Jetzt wurde es dann auch endlich Zeit, soll doch im September der Tödi (3614m) bestiegen werden.

Zur Einstimmung ging es mit dem Auto ins Glarnerland. Unser Ziel für diese Tour war Braunwald. Braunwald ist ein herrliches Dorf auf 1256m. Das Dorf ist autofrei und der einzige Zugang führt über eine Bergbahn, die in einem atemberaubenden Winkel knapp 800 Höhenmeter packt. Braunwald an sich ist schon fast eine Reise wert. Das Dorf ist sehr urig und vor allem nicht überlaufen. Da wir uns aber den Bergen widmen wollten, sind wir direkt durch das Dorf hinaus in den Zauberwald. Der Zauberwald hat seinen Namen vom dort ansässigen Märchenhotel, welches, vor allem für zahlungskräftige Gäste, ein unglaubliches Familien Urlaubskonzept bietet. So kommt es, dass man neben verschlungenen Feldwegen (Straßen braucht ein autofreies Dorf ja nicht), im Wald auf ein Märchenschloss und eine Edelsteinmine trifft. Natürlich inklusive Zwergenbuch, damit die jungen Schatzsucher ihren Fund auch protokollieren können. Aus dem Märchenwald kommt man schließlich ins Skigebiet. Um dann nach weiteren 300 Höhenmetern im ruhigen Wald verschwinden zu können.

Noch einmal einige Höhenmeter hinter uns gebracht, erreichen wir das Bräch Oberstafel (1602m). Eine Zwischen-Terrasse, die mit seinem Bauernhof an die gute alte Zeit erinnert. Hier ist Zeit für die erste Rast, bevor es dann Richtung Bärentritt geht. Der Bärentritt ist ein schwierig zu gehender Aufstieg durch eine vermeintlich senkrechte Wand. Noch als Wanderweg ausgeschildert, würde dieser Weg in Österreich sicher schon als Klettersteig gelten. Es hat zwar verschiedene Bereiche, welche mit Seilen gesichert sind, dennoch kommt man auf dieser Route dem Abgrund häufig auch ungesichert sehr nahe. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass der Aufstieg häufig mit losem Schotter übersät ist, empfehle ich hier sich wirklich noch einmal zu vergewissern, ob man auch wirklich „Trittsicher“ und „Schwindelfrei“ ist. Beides ist äußerst wichtig.

Auf dem Lauchboden(2009m) angekommen, beginnt eine traumhafte Wanderung entlang des Abgrunds. Der Wanderweg ist sehr schön angelegt und mit etwas Übung auch angenehm zu laufen. Jetzt Anfang Juni kamen wir auch öfters in den Genuss, noch durch Schneefelder gehen zu können, oder über diese auch einfach hinunterzurutschen.

Am Ende des Lauchbodens (2155m) hat man dann die Möglichkeit seine Route Richtung Klettergarten oder abwärts über den Bützi zu wählen. Den Klettergarten würde ich in Zusammenhang mit dieser Tour nicht empfehlen. Schließlich waren wir schon fast 6 Std. unterwegs. Man kann den Klettergarten von Braunwald aus auch auf direktem Weg erreichen. An dieser Stelle haben wir daher auch mit dem Abstieg begonnen. An dieser Seite ist der Abstieg wesentlich ungefährlicher. Auch wenn hier ebenfalls Trittsicherheit gefordert ist, so kann man hier gänzlich ohne Seile absteigen. Durch einen herrlich angelegten Wanderweg sind wir dann über den Zauberwald zurück nach Braunwald gelangt.

Als Resümee werte ich diese Tour als ordentliche Bergtour, die für den Einstieg in die Wandersaison ideal geeignet ist. Wer fragen zu der Tour hat, kann mich gerne kontaktieren.