Wie findet man den richtigen Hochzeitsfotografen?

Irgendwann im Leben steht man vor genau dieser Frage. Doch, was tun? In der Regel hat man davon keine Ahnung. Woher auch. Woher soll man denn wissen, worauf man achten muss? Was macht einen guten Hochzeitsfotografen aus? Die Antwort darauf muss wohl überlegt werden. Denn anders als bei anderen Shootings gibt es für diese Momente nur eine Chance. Wenn die Entscheidung für den Fotografen eine falsche war, hat man keine Chance sie erneut zu treffen.

Es gibt (in der Regel) so schnell keine zweite Hochzeit, keine Emotionen, keine Gefühle. Alles was an diesem Tag passiert, ist für diesen Augenblick bestimmt. Eine Schande, wenn der Fotograf das verbockt.
Mit dem folgenden Artikel möchte ich euch allen ein paar Tipps geben. Zum einen sind die Tipps basierend auf meiner eigenen Erfahrung, zum anderen basieren sie aber auch auf den Informationen, die ich von Hochzeitsfotografen und deren Kunden haben.

Wenn man den Suchbegriff Hochzeitsfotograf in Google eingibt, kommen allerlei Vorschläge. Das Problem ist, dass ein gutes Google-Ranking nicht automatisch für die Qualität des Fotografen steht. Häufig ist es sogar so, dass man schon relativ schlechte Vertreter dieser Gattung erwischt. Das ist natürlich nicht die Regel. Dennoch gilt, dass die Nr. 1 in Google nicht automatisch der beste Fotograf ist.

Wenn ihr euch auf die Suche nach einem Fotografen macht, versucht möglichst viele Quellen.

Freunde – diese haben oft Erfahrungen und sicher schon Bilder von ihrer Hochzeit. Sie können euch erzählen, wie sie sich gefühlt haben. Wie die Arbeit mit dem Fotografen war. Schaut euch auch die Bilder an und überlegt, ob euch der Stil der Bilder gefällt.

Internetforen – stellt die Frage nach einem guten Fotografen in ein entsprechendes Forum. Oft kommen viele gute Vorschläge hervor und manchmal auch der eine oder andere Geheimtipp.

Google – ja ich gebe zu, ich habe es vor wenigen Absätzen noch abgeraten. Als einzige Quelle tu ich das immer noch. Aber als Teil der Suche ist Google durchaus zu empfehlen. Schaut euch die Internetseiten der Fotografen an. Oft sind dort Bilder im Portfolio gezeigt. Sie geben euch einen kleinen Einblick in den Stil, den der Fotograf hat. Schaut euch, an was der Fotograf über seine Arbeit schreibt, wie er sich präsentiert. Fotografen sind Künstler, die Stolz auf ihre Arbeit sind. Das Gefühl müsst ihr bekommen, wenn ihr die Internetseite des Fotografen anschaut. Wie stark ist die Chance, dass der Fotograf die Emotionen eurer Hochzeit einfängt, wenn alle seine Bilder und sein Internetauftritt nach Schema F und lieblosen Standard aussehen.

Hochzeitsmessen – eine solche Messe ist eine hervorragende Möglichkeit Fotografen kennenzulernen. Geht hin und schaut euch die Bilder an und sprecht mit den Fotografen. Auch hier gilt, dass euer Gefühl die beste Entscheidungshilfe ist. Die gezeigten Bilder müssen euch ansprechen. Ihr müsst die Emotionen fühle bzw. sehen. Wenn euch eher die Falte im Kleid als das Strahlen der Braut auffällt, hat der Fotograf schon etwas verkehrt gemacht. Redet mit dem Fotografen. Seid ihr auf einer Wellenlänge? Versteht er euch? Denkt daran, dass der Fotograf (natürlich auch die Fotografin) euch an einem entscheidenden Tag begleitet. Da muss die Chemie stimmen.

Jetzt habt ihr eine schöne kleine Liste, die es gilt abzuarbeiten. Besucht die Fotografen bzw. macht einen Beratungstermin. Hier gilt genau das Gleiche wie für die Messe. Stimmt die Chemie? Ist der Fotograf authentisch? Ist er Fotograf aus Leidenschaft? Ein leidenschaftsloser Fotograf wird es niemals schaffen euren Tag in schöne Bilder zu fassen.

In dem Gespräch kommt es viele Dinge an. Ihr solltet euch für das Gespräch schon klar sein, wie der Tag aussehen soll. Nutzt aber auch gleichzeitig die Möglichkeit euren Tag noch zu verändern. Das Gespräch mit dem Fotografen ist eine der Besten Möglichkeiten auf einen großen Erfahrungsschatz zugreifen zu können. Ein guter Fotograf kann euch in diesem Gespräch auch in Bezug auf den Tagesablauf wertvolle Tipps geben. An dieser Stelle kommt der wichtigste Tipp in diesem Artikel.

Dieser Tag ist euer Tag. Es ist eure Hochzeit. Genießt den Tag in Ruhe und mit den Menschen, die ihr liebt. Diese Menschen kommen teilweise von weit her, um mit euch den schönsten Tag eures Lebens zu feiern. Eure Eltern kommen, um euch in einen neuen Lebensabschnitt zu verabschieden. Freunde und Bekannte wollen Zeit mit euch verbringen. Bedenkt das alles bei eurer Planung und macht nicht den Fehler von morgens bis abends einem Termin nach dem anderen nach zu hetzen.

Dies kann z. B. bedeuten, dass es auch Sinn macht das Fotoshooting nicht irgendwo zwischen Standesamt und Kirche zu packen, sondern die ganzen Porträts bzw. Location Bilder an einem völlig anderen Tag zu mache. Jetzt fragt ihr euch sicher, ob ich spinne. Nein das tue ich nicht im geringsten. Das ist mein voller Ernst und das ist der Grund.
Ein guter Fotograf wird mit euch ein Probeshooting machen wollen. Er will mit euch Zeit verbringen, euch kennenlernen und euch Gelegenheit geben ihn besser kennenzulernen. Dabei werden natürlich auch Unmengen Bilder geschossen. Das Probeshooting ist purer Spaß (für euch).
Die Erfahrung zeigt, dass die Bilder besser werden je länger ihr zusammenarbeitet. Ihr müsst euch verstehen, die Chemie muss stimmen. Dann werden langsam die Bilder entstehen, die den Betrachter später fesseln. Die Bilder, die voller Emotionen sind, die nicht einfach nach purer Technik aussehen, die nicht nach Standard posen aus sehen sonder die die zeigen, dass dies der glücklichste Tag in eurem Leben ist, entstehen meist erst zum Ende des Probeshootings. Das Probeshooting, meine Lieben, kann gerne mal ein paar Stunden gehen.
Jetzt überlegt euch, ob es möglich ist, während des Standesamts und der Kirche, schnell zwei Stunden zu schieben, die genau diese Emotionen und dieses Glück im Foto wieder geben.
Dumme Menschen würden jetzt sagen, dass dies doch die Aufgabe des Fotografen ist.
Vergesst es. Das klappt nicht. Es ist unmöglich. Macht euch frei von dem Gedanken.
Ihr werdet auf vielen Bildern gestellt aussehen und eure Hochzeitsbilder werden so aussehen wie 90% aller anderen auch pur nach Standard.
Dazu kommt auch, dass euer Kleid vor der Kirche auf keine Fall schmutzig werden darf und zu guter Letzt ist das Licht für einen Fotografen ja zwischen 11:30 und 13:30 Uhr am allerbesten. Auch das ist ein Ammenmärchen. Ein Fotograf hasst diese Zeit. Es ist fürchterlich anstrengend und die Ergebnisse sind oft um Welten schlechter als zu anderen Zeiten. Überlegt euch, ob es nicht viel schöner ist, das der Fotograf am Tag euerer Hochzeit dabei ist und euch den Tag über begleitet, die anderen Bilder fürs Familienalbum aber dann einfach zwei drei Tage später macht.

Wenn ihr nur die Kirche an dem Tag habt, kann das Shooting schon besser in den Plan passen. Mein entschiedenes „No Go“ richtet sich hier an den Marathon, den es gibt, wenn man Standesamt, Glückwünsche, Fototermin, Kirche usw. an einem Tag durchziehen will.

Bei meiner vorgeschlagenen Version kommt jetzt natürlich noch das Argument mit dem Friseur. Vergesst es. Am Tag eurer Hochzeit betoniert der Friseur damit alles bis weit nach Mittenacht hält. Das ist für ein Nach-Shooting nicht nötig. Die Bilder eurer Frisur hat der Fotograf ohne hin am Tag der Hochzeit gemacht. Jetzt reicht es, wenn eure Haare in etwa so sind. Und wenn nicht ist das auch egal. Jetzt habt ihr nämlich alle Zeit der Welt mit dem Fotografen viel Spaß zu haben und die Bilder zu machen die euch Zeigen und nicht einfach ein paar Posen. Jetzt kann vor allem auch das Kleid ein wenig dreckig werden.

Ich hoffe ich konnte euch eine Menge Tipps zum Thema „Wie finde ich einen guten Hochzeitsfotografen“ geben.
Zum Abschluss möchte ich es natürlich nicht vergessen, euch auch drei hervorragende Fotografen vorzustellen. Ich kenne alle drei persönlich und kann Ihre Arbeit sehr empfehlen.

Für Baden Württemberg, dem Schwarzwald Baar Kreis mit Sitz in Schwenningen kann ich Dieter Marx von „artphotographs“ empfehlen. Dieter ist ein persönlicher Freund und unser Hochzeitsfotograf. Seine Arbeiten kenne ich seit über 10 Jahre. Er hat eine sehr einfühlsame Art auf seine Kunden einzugehen und ist absolut begnadet. Wer also auf der Suche nach einem Hochzeitsfotografen im Schwarzwald Baar Kreis ist, der ist hier richtig.

Hochzeitsfotograf Dieter Marx von artphotographs

Für den Norden der Republik habe ich gleich zwei Anlaufstellen. Zum einen eine Empfehlung für Hamburg zum anderen für die Lüneburger Heide bzw. Buchholz in der Nordheide.

Der Heidefotograf Steffen Böttcher ist ein sehr vielseitiger Fotograf mit einem unverwechselbaren Stil. Ich kenne Steffen und seine Arbeiten seit knapp einem Jahr. Wer auf seiner Homepage vorbeischaut, wird feststellen, dass Steffens Bilder absolut weg vom Mainstream sind. Wer bei ihm ungewöhnliche Bilder bucht, der kann sichergehen, dass er diese mit euch auch macht. Die Rezensionen seiner Kunden beinhalten Worte wie „atemberaubend“ und „fantastisch“.

Hochzeitsfotograf Steffen Böttcher aus Buchholz in der Nordheide

Als Dritter im Bunde möchte ich euch Patrick Ludolph, den Hochzeitsfotografen aus Hamburg vorstellen. Auch ihn kenne ich seit knapp einem Jahr. Gemeinsam haben wir schon an verschiedenen Projekten gearbeitet. Patrick ist ein Profi auf seinem Gebiet. Er gehört zu einer ganz eigenen Art von Fotografen. Er ist nicht einfach nur der Fotograf. Bei ihm bekommt Ihr eine Reportage, die euren ganzen Tag in Bild bzw. Video zeigt. Auch sein Stil ist nicht mit dem gängigen geknipse vieler Berufskollegen zu vergleichen.

Hochzeitsfotogrf Patrick Ludolph Hamburg

11 Gedanken zu „Wie findet man den richtigen Hochzeitsfotografen?

  1. Daniel

    Es ist interessant, über welche Wege man als Hochzeitsfotograf gefunden wird 😀 Oft ist dies auch abhängig vom alter der Brautpaare… Es war ganz erheiternd deinen Beitrag zu lesen, vielen Dank dafür 😉

  2. Bodo Oerder

    Hallo,

    ein schöne Umfangreiche Zusammenstellung. Ich bin selber Hochzeitsfotograf und immer wieder überrascht welche Wege die Paare zu mir finden. Die Möglichkeiten sind tatsächlich so umfangreich wie kompliziert. Da sind die Brautpaare nicht wirklich zu beneiden. Gruss Bodo Oerder

  3. Hendric Beitragsautor

    Hi Maddin, am 01.10.11 hatte ich nun meine Hochzeit. Ich kann nur sagen, dass alles was ich oben geschrieben hatte völlig richtig war. Du hattes angeregt, den Sektempfang weg zu lassen. Dem muss ich wiedersprechen. Unheimlich viele Menschen haben sich die Zeit genommen, uns zu beglückwünschen. Ich möchte diese schöeen Erfahrungen nach der Kriche nicht missen. Einen kompletten Erfahrungsbericht habe ich hier verfasst.

  4. Hendric Beitragsautor

    Hallo Michaela,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe nicht früher geantwortet, weil ich es jetzt selber ausprobieren wollte. Am 01.10.11 habe ich geheiratet. Am 03.10 haben wir das zweite Shooting gemacht. Als kurzes Feedback, kann ich nur sagen, dass alles was ich im obigen Bericht geschrieben habe völlig richtig war. Es ist ein völliger Stressfaktor das Shooting noch in den Tag zu quetschen. Für den Rest meines lebens werde ich folgendes Empfehlen: Standesamt und Hochzeit an einem Tag, keine Abesenheit für Shooting, keine Brautentführung und ein Nachschooting zwei Tage später. Einen kompletten Erfahrungsbericht findest du hier:

  5. Pingback: Wie findet man den richtigen Hochzeitsfotografen – Teil 2

  6. Michaela

    Ich bin selber Hochzeitsfotografin und plane eigentlich immer zusammen mit dem Brautpaar diesen besonderen Tag. Das wichtigste dabei ist immer eine großzügige Planung. Also lieber immer ne halbe Stunde mehr einrechnen als eigentlich nötig ist. Am Tag der Hochzeit geht immer irgendetwas schief (z.B. Brautstrauß vergessen), darüber kann man aber vergnüglich lachen wenn man noch genügend Zeit hat um ihn zu holen 😉

    Davon, das Paarshooting an einem anderen Tag zu machen, halte ich aber auch nicht viel. Die Emotionen sind einfach anders, als an dem großen Tag. Um etwas den zeitlichen Druck zu nehmen, kann man aber durchaus auch das Paarshooting vor der Trauung machen. Dann kann man auch problemlos nach der Trauung direkt zum Sektempfang und sich um seine Gäste kümmern.
    Und ich als Frau und ganz persönlich fände es schade wenn das Makeup und die Frisur nicht mehr so großartig wären wie an dem einen besonderen Tag 😉

    Von zwei Trauungen an einem Tag (Standesamt plus Kirche) würde ich immer abraten. Ich habe die Erfahrung gemacht, das viele Brautpaare den Stress von nur einer Trauung schon unterschätzen.

    Liebe Grüße
    Michaela

  7. Hendric Beitragsautor

    Hi Maddin, ich schließe es auch nicht völlig aus, allerdings halte ich es bei einer Planung mit Standesamt und Kirche an einem Tag für einen möglichen Stressfaktor. Zudem ist der Fotograf an dem Tag ja auch dabei. Viele geile Bilder entstehen ja. In Bezug auf obige Aussage entspannt mein Vorschlag das ganze einfach. Du hast aber auch recht, dass es durchaus möglich ist. Danke für deinen Kommentar.

  8. DasMaddin

    Ich sehe das in Teilen ein wenig anders.
    Das Lächeln, was das Paar an diesem Tag hat, wirst Du so schnell nicht wieder auf den Sensor bannen können. Nicht bei einem Probeshooting und nicht bei einem Nachshooting.

    Es ist nicht nötig, 2 Stunden lang in einer abgefahrenen Location abgedrehte Bilder zu machen. Ne halbe bis eine Stunde reicht aus und die kriegt man rein, wenn man mit dem Paar vorher gesprochen hat und die Notwendigkeit und Wichtigkeit des Paarshootings herausstellt. Schließlich haben sie Dich ja gebucht, um die besonderen Bilder zu kriegen.
    Ich habe es erlebt, dass ich zusammen mit dem Hochzeitspaar die Veranstaltung etwas entzerrt habe und z.B. einen Punkt weglässt (der 5. Sektempfang z.B.). Stattdessen etwas Zeit für das Paarshooting herausgeholt, damit sie sich entspannen können und auf den Bildern gut aussehen.
    Ein kleiner Weddingsplaner muss man dafür allerdings schon sein.. 🙂

  9. Murat

    Hallo Hendric,

    ich habe zwar nicht mehr vor noch einmal zu Heiraten aber trotzdem ganz interessanter Artikel! 🙂

  10. Hendric Beitragsautor

    Danke Niki für diese Sicht der Dinge. Da sag noch einer das dies ein einfacher Job ist …..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.